Insgesamt leidet das Projekt unter der überladenen Bedeutungsschwere, die mit mäßig überzeugender theatraler Umsetzung einhergeht. Was von Richter als Beleg für die Aktualität Büchners gemeint ist, lässt sich auch als Misstrauen in die Wirkung seines Werkes lesen, das eine Aufhübschung mit unserer schrecklichen Gegenwart braucht. Andererseits ist Richters Versuch ehrenvoll: Er will die ganze Gegenwart erklären und dabei zeigen, wie sehr Büchner unser Zeitgenosse ist. An Büchners Genie, das krasse Worte und Wirkungen mit exakter, wissenschaftlich kühler Beobachtung verbindet, kommt dieser grobe Wurf nicht heran, auch nicht an Versuche einiger anderer Autoren und Theatermacher der Gegenwart, sich mit der Krise unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen.
