Dazu eingeladen fühlt man sich auch durch die spieltriebhafte Lust am Experiment der Performer: Sie kreieren den vergoldenden Stein der Weisen in Granulatform, rotieren im Riesen-Hamsterrad und überprüfen Eau de Cologne auf dessen lebensspendende Wirkung. Zum Glück kam auch der Golem im Probenraum vorbei und hat es sich nicht nehmen lassen, einige Perpetua mobilia für das Bühnenlabor zu bauen.
Im ästhetischen Bühnenzentrum steht derweil eine Schattenleinwand aus vier raumhohen Stoffbahnen, die mit bunten und schwarzen Schatten, Licht- und Dia-Projektionen den vierstündigen Abend über durchgehend bespielt wird: Chemische Zeichen und Reagenzgläser mit farbigen Flüssigkeiten, Labyrinthe aus Sieben auf Tageslichtprojektoren, Spiegelkugelblitzer und Laserpointerstriche – und am eindringlichsten ein menschlicher Körper im Stroboskop- und UV-Licht, dem mittels einer blinkenden Lichterkette Leben eingehaucht wird.
In der letzten Stunde stellt sich dann nach und nach ein, was bereits in der zu Beginn gehaltenen Rede über die Filibusterrede, also über einen Redebeitrag, der ebenfalls wieder aus allem (und daher aus nichts) besteht und durch seine Länge den politischen Gegner zur Flucht zwingt, angedeutet wurde: Die Erschöpfung, daraus resultierend, dass die Alles-Schleife sich immer und immer wiederholt, nichts neues, sondern die Variation des Alles geschieht. So erschöpft sich der Bühnenkosmos in sich selbst und den Zuschauer gleich mit. Aber dies ist letztlich die Konsequenz aus der aristotelischen Idee: Die Partikel werden immer wieder unterschiedlich und dann irgendwann zwangsläufig gleich zusammengesetzt, das Ende wird zum Anfang. Wenn also alles aus allem besteht, können wir uns ruhig zurücklehnen. Wir werden schon nichts verpassen.
