Das kann ganz konkret geschehen, wenn sich ein Tänzerpaar auf dem Boden wälzt, als wär’s ein Bett – und dieselbe Szene gleichzeitig, von oben gefilmt, wie auf einer Kinoleinwand zu sehen ist: ein verblüffender Perspektivwechsel, der auf der Bühne allerdings besser funktioniert als im Film. Dennoch sind ihm ebenso amüsante wie aussagekräftige Seiten abzugewinnen. Auch auf andere, man möchte fast sagen: tragisch zarte Weise wird das sichtbar, wenn sich im Schattenspiel eines zweiten Paares eine ganz andere gewünschte Wirklichkeit offenbart als die konkret gezeigte. Wie Kleider manchmal Leute machen, wird erst in einer Stop-Motion-Animation (von Georges Hann) gezeigt und dann in einem rasanten Ratespiel, an dem man sich als Zuschauer gerne beteiligt hätte. Der war eigentlich auch beim überaus unterhaltsam Rap-Duo gefragt, das die wechselnde Gruppenzugehörigkeit in Form einer Publikumsbefragung thematisiert.
Das sieht sich jetzt ersatzweise auf andere Weise gefordert. Am 27. März veranstalten Brigitte Uran und Sara Dirks einen digitalen Tanzworkshop zu den „Grauzonen“. Und vor jeder Filmvorführung gibt es zur Selbstfindung ein Mit-Tanz-Tutorial mit Anna Degen oder Joshua Haines.
