Den Eisernen Vorhang, der im Schauspielhaus verrückt gespielt hatte, den braucht Baumgarten für dieses Theaterprojekt-Pendant zu seiner Bremer Inszenierung von Wagners Holländer gar nicht. Der Architekt seiner umstrittenen Bayreuther Tannhäuser-Biogasanlage hat ihm diesmal eine so simple wie spielpraktische Kiste auf die Drehbühne gesetzt, bei der am Ende der herunter geklappte Deckel für ein finales „Klappe zu, Affe tot“ mit einer Winde und vereinten Kräften nach oben gezogen wird. So ganz tot sind sie aber doch nicht, denn man sieht Senta und den Holländer als Videoprojektion in den blutrot gefärbten Himmel entschwinden. Damit greift er dann doch das Erlösungsmotiv von Richard Wagners Musik und dessen finale Szenenanweisung auf. Allerdings als bittere Pointe eines herausfordernden Einhundertminuten-Theaterabends, zu dessen Wirkung die spannungsgeladen „mitspielende“ Bühnenmusik von Hauschka einen erheblichen Teil beitrug.
