Der Zwei-Stunden-Abend besteht also im Wesentlichen aus einer losen Folge durchaus genau beobachteter sozialer Skizzen als Potpourri von Monologen – man kann auch sagen aus einem Poem im Laubenpieper-Format übers Berlin von unten. Garniert mit lokalen Volkstümlichkeiten wie „Fritze Bollmann“ oder Sinnsprüchen wie „Wer Gott vertraut und Bretter klaut, der hat ‘ne billige Laube“. Ganz nett als Comic-Leporello, als gedrucktes Bändchen anekdotischer Berlin-Geschichtchen. Theatertauglich freilich ist die Petitesse nicht wirklich. Goldoni würde grinsend abwinken.
Nun hat sich Sascha Bunge der Uraufführung dieses Bildchenbogens angenommen. Er weiß ihn geschickt und routiniert aufzublättern. Doch bei aller inszenatorischen Phantasie: Es bleibt beim Hörspiel. Für die Bühne aufgemotzt mit mehr oder weniger originellen theatralischen Effekten, Requisiten (u.a. Currywurst, Bierpulle, Spielzeugpanzer), mit simplen Videospielereien (Konstantin Bock), etwas Singsang zur Gitarre und dem üblichen Quantum jugendgemäßer Popmusik in Bühnenbildnerin Angelika Weddes hübscher Spielkiste. Die hat viele Türen, Klappen, Fenster für mannigfache, sogar komische Auf- und Abtritte der sieben glorreichen Schauspieler in für Berlin typisch hässlicher Kostümierung (Clemens Leander). Sie heißen Lutz Dechant, Caroline Erdmann, Jakob Kraze, Franziska Krol, Thomas Pasieka, Denis Pöpping und Franziska Ritter.
