Bestimmendes darstellerisches Element in Niklaus Helblings Inszenierung ist bei aller Puppenspielerei und Maskenhaftigkeit das gesprochene und gesungene Wort. Tempo und Timing der Akteure sind beeindruckend. Performativ betrachtet ist das Spiel jedoch nicht wirklich gewagt – die Form der organisatorisch ausgeklügelten Führung widerspricht eigentlich dem schillernden Vexierspiel, das an sich angestrebt ist. Die thematische Verwirrung der diversen Motivketten in der Produktion (passenderweise Teil des von der Bundeskulturstiftung geförderten Projekts „Doppelpass“) dürfte zwar voll beabsichtigt sein. Und doch kann einem der bewusst unkonzentrierte Text zu harmlos erscheinen. Die geistreichen Anspielungen zu Beginn über Sinn und niedere kommerzielle Beweggründe des Blackfacing samt Auswirkungen in politisch korrekt gezügeltes Theater heute verhallen in den Schnellen der Nummern und den welthistorischen Weiten der Villa. Der schöne Spaß ist voll gelungen, die Anregung zum intensiven Gedankenaustausch bleibt aber eher erfolglos, weil das Vorspiel inhaltlich etwas unverbindlich und konzeptionell einigermaßen brav bleibt.
