Doch in der gekonnt auf jeweils wechselnden Podesten ablaufenden Haupthandlung zwischen Atelier, Kabinett und Bett erfreuten guter Text, Witz, Klugheit und sogar eine Prise Lebensweisheit: vom liberal-konservativen König, seinem reaktionären Polizeidirektor (herrlich engstirnig Götz Argus), dem verführbaren Leibwache-Leutnant (adrett Wolfram Rupperti), dem Maler Stieler (kunst-beflissen Arthur Klemt), dem Lola-Anhängsel Bébé (schön pomadig Lukas Turtur) und der herrlich bajuwarisch grübig-knackigen Kammerdienerin Emerenz von Katharina Pichler. Dazu, wie auch zum Punk-Geröhre kontrastierte das Rudolf-Knabl-Quintett mit Kreuders Operetten-Schmäh und einem Hauch bayerischer „Stubn-Musi“. Doch selbst die beiden gekonnt disco-tanzenden Lolas als Ur-Mütter aller folgenden Lulus und Lolitas überragte der zwar unhistorisch behäbige, aber ungekünstelt Souveränität ausstrahlende Ludwig von Oliver Nägele. Ihm glaubte man die umso heißere Glut des reifen Mannes wie die Tristesse des am Ende verlassenen, verloren auf der Ukulele klimpernden alten Nicht-mehr-Souveräns. Begeisterter Jubel im Sinne des urbayerischen „Mei, Hund’ warn’s scho’!“
