Das macht Mixsa auch stellenweise mit dem Heiligtum Shakespeare, indem er immer wieder aus dem Text ausbricht und seine Charaktere sich über die furchtbare Wieland-Übersetzung beklagen, oder diskutieren, welches Narrenkostüm wohl am besten in die Aufführung passt. Der Narr – charmant kaltschnäuzig Gerlinde Tschersich – trägt überdies eine weitere Metaebene über beide Erzählwelten hinweg. Teils erhellend, teils erheiternd oder auch verstörend, wenn er den Körper des Olivien-Gesichtes stets unter dem Rock verborgen trägt und zuweilen gruselig umhergehen lässt. Solche Momente lassen den Zuschauer spüren, dass unter all dem Blech und der Heiterkeit eine tiefere Ebene schlummert. Denn an Inszenierungsideen und originellen Einfällen mangelt es dem Stück nicht. Auch der Witz weiß neben einigen zu flachen Wortspielereien – Shakespeare hätte seine Freude daran gehabt – durchaus Glanzpunkte zu setzen. Nur in einigen Sprüngen und den sich überschlagenden Ereignissen im Finale bleibt der Zuschauer etwas verloren zurück. So steht am Ende des Abends ein tumber Sebastian neben der stummen Olivia und ein Apfel rollt aus dem Off. Eine in ihrer Absurdität spannende Pointe, doch um den ausbleibenden Abschluss der Rahmenhandlung ist es schade.
