Die Darsteller werden zu Transporteuren erschütternder Einsichten. So sehr die Inszenierung vermeidet, Stellung zu beziehen, lassen sich an den abscheulichen Geschehnissen in Auschwitz – die Vergasungsanlage erscheint da schon fast als Gnadenakt der weniger grausamen Art der Vernichtung – menschliche Abgründe an seelischer Verwahrlosung und moralischer Bequemlichkeit zeigen. Damit entsteht zugleich eine Ahnung davon, wie auch heute noch in Norwegen, Irak oder Syrien Menschen hemmungslos quälen können. Insofern ist diese „Ermittlung“ ein großer Theaterabend.
