Die absurd-komische Farce „Der Mann in der Badewanne“ ist randvoll mit solcher Art Boshaftigkeiten, sprachlich gekonnt gesetzt vom jungen Schweizer Autor Lukas Linder. Der Steilvorlage setzt die ebenfalls junge Regisseurin Ayla Yeginer in ihrer zweiten Inszenierung am Winterhuder Fährhaus noch einen drauf, indem sie die Figurenzeichnung ins Lächerliche überzieht. In deren Zentrum steht und fällt Philipp Weggler, der sich die Rolle des Antihelden Albert Wegelin einverleibt, als sei er ein Teil von ihm (und nicht nur seines Nachnamens). Nicht alle Schauspieler eignen sich für eine Komödie dieser Art, die zwischen betulicher (Schweizer) Entschleunigung und rasantem Gag-Feuerwerk zu wechseln versteht und gerade deshalb nicht an der Oberfläche bleibt. Wird zu Beginn der Protagonist als Weichei ausgestellt, der sich den berechtigten Zorn seiner unmittelbaren Umgebung zuzieht, so wechselt die Perspektive im Verlauf des Abends und fragt provozierend naiv, wieso Eigenschaften wie Sanftmut und Nachgiebigkeit in der Businesswelt zum Aussterben verdammt sind. Hier haben sich in Regisseurin und Autor zwei Übertreibungsspezialisten gefunden, die mit der deutschen Erstaufführung vom „Mann in der Badewanne“ das Hamburger Publikum begeisterten.
