Aus der Perspektive dieses Vorspiels erhalten die disparaten Geschichten ihre Bedeutung. Sie führen die Selbstbespiegelung einer künstlerischen Intelligenz vor, die sich in den eigenen Unzulänglichkeiten suhlt. Die grotesken Übersteigerungen der Vorlage setzt Hawemann in ein ungeheures Spieltempo um, die die disparaten Geschichten mit ihren verschiedenen Formaten vom Erzählen bis zum Monolog mitreißt. Das gelingt zum Einen, weil er mit Jana Alexia Rödiger, Alissa Snagowski und Jonas Pätzold über Schauspieler verfügt, die die ständigen Brüche und schnellen Rollenwechsel bravurös meistern. Das präzise Spiel mit der Komik und der Tragik der vorgeführten Figuren wirkt wie ein schnelles Ping-Pong-Spiel, wo jeder Schlag trifft. Zum anderen wird dieses Tempo ermöglicht durch das Bühnenbild von Regina Fraas, das zum Publikum hin durch drei Schaukästen abgeschlossen wird; der mittlere ist verschiebbar, um die mittlere Spielfläche als Hauptspielort freizugeben. An den Seiten der Bühnen stehen jeweils zwei Plastikstühle und zwei altmodische Stehlampen, die an kleinbürgerlichen Mief denken lassen, an der rechten darüber hinaus die unerlässliche Matratze und eine Spanplatte, die im Spiel zum Kunstwerk stilisiert wird. Diese Requisiten werden in das Spiel schnell mit einbezogen oder beiseite gestellt. Und spielgeln so zugleich die Armseligkeit einer künstlerischen Bohème-Existenz wider. Sascha Hawemann ist eine starke Inszenierung gelungen.
