Sebastian Wirnitzer inszeniert Nathers Stück über Gerechtigkeit und willkürliche Zuweisungen mit Liebe zum Detail. Der Theatergarten wird mit Hängematten, Wäschestücken und Lagerfeuer zum Ausgestoßenenlager, es gibt eine Puppenspielsequenz, das innere der Braunschweiger Magnikirche bietet eine beeindruckende Kulissen für den Showdown zwischen den beiden Brüdern sowie Schlund und seinem Drachen. Immer wieder wird auch das Publikum einbezogen, wird zu Wächtern und Bargarbeitern erklärt und bekommt kleine Aufgaben, immer wieder gibt es auch kleine und große Knalleffekte – der Drache, beispielweise, spuckt mit Hilfe einiger Feuerschlucker tatsächlich Feuer und wird gespielt von einem Seidentuch, dass über die Zuschauerbänke flattert.
Alles in allem ist „Heldenblut“ ein sauber durchgezogene Erzählung über Freundschaft, Gerechtigkeit und unfaire Zuweisungen, die sich wahrscheinlich in den nächsten Jahren auch noch auf die Spielpläne anderer Jugendtheater schleichen dürfte. Wirnitzer setzt die Geschichte in Braunschweg jedenfalls spannend und kurzweilig um. Die Freude der Darsteller am Spiel und vor allem auch Blödsinn tut ein übriges für einen Theaterabend, der nicht nur Kinder und Jugendliche unterhalten dürfte.
