Marcel Kohler verleiht mit kinnlangem Haar, schwarzem Nagellack und schwarzer Kluft dem Protagonisten Elis Fröbom etwas vom Image eines lädierten Rockstars. Sein Spiel bleibt indes weitgehend farblos, wie mit hängenden Schultern schlurft er durch die ewig schlechte Laune seiner Bühnenfigur. Zu den Höhepunkten der Aufführung gehören seine Begegnungen mit der Bergwerksunternehmer-Tochter Anna. Lea Ruckpaul ist mit rotem T-Shirt und buntem Rock nicht nur energetisch, sondern auch optisch der einzige Farbtupfer in dieser ganz in schwarz-weiß-grau gehaltenen Aufführung. Hildegard Schmahl taucht in mehreren Nebenrollen auf, als mysteriöse Bergkönigin tritt Sylvana Krappatsch in Aktion.
Hugo von Hofmannsthal, einer der Gründungsväter der Salzburger Festspiele, prägt mit einem einzigen Stück das sommerliche Hochkulturereignis: Sein „Jedermann“ gerät am Domplatz seit nunmehr 100 Jahren verlässlich zum Gesellschaftsereignis, seine übrigen Dramen sucht man in Salzburg vergeblich. Es war eine dramaturgisch lobenswerte Entscheidung, einmal ein anderes Hofmannsthal-Stück auf den Spielplan zu hieven. Warum es ausgerechnet das kaum gespielte und erst posthum veröffentlichte „Das Bergwerk zu Falun“ sein musste, bleibt ein ungelöstes Rätsel.
