So haut die Inszenierung von Ricarda Regina Ludigkeit immer wieder mächtig auf die Pauke, doch es kommt nur Rheingold in ziemlich kleiner Münze dabei heraus. Da kommen dann die „Walküren mit Allüren“ als Rodeo-Truppe in Cowgirl-Kostümen daher, Siegmund macht aus seinem Schwert eine Stehlampe und Siegfried (beide gibt Christian Alexander Müller) schmettert an der Rampe, dass das Schwert, das kaputt war, ihn „unkaputtbar macht“. Und wenn Brünnhilde (Julia Gámez Martin) Sieglinde (Sabine Töpfer) als Frau und Spenderin neuen Lebens singend anhimmelt, ist das Musical endgültig im Kitsch gelandet.
So dünn und klischeehaft die Story, so wenig überzeugend kommt auch die Musik daher. Von Wagner ist so gut wie nichts zu hören, dafür aber immer wieder Melodien, die man so und ähnlich schon aus anderen Musicals kennt. Vor allem schmissig soll es sein, das klingt dann schon mal wie eine Bigband mit Geigen. Oder aber die Musik schwelgt und schmeichelt, liefert Emotionen, Herz und Schmerz. Das Orchester der Musikalischen Komödie unter Stefan Diederich spielt da mit viel Engagement den perfekten Musical-Sound, auch die Sängerdarsteller – allen voran Milko Milev als Wotan und Kostadin Arguirov als Alberich – machen eine gute Show, die aber letztlich ziemlich leer bleibt. Und weil Happy End im Musical Pflicht ist, war am Ende alles nur ein böser Traum Brünnhildes, und das Gold landet wieder im Rhein – oder sollte man sagen „in the Rhine“?
