Doch dann beginnt das Telefon zu läuten und die Kassiererin erklärt sich zum Flugzeug „ich muss immer abheben“ und nennt sich ab jetzt „Tschessna-Boing“, ein Gag, der so lange wiederholt wird, bis wirklich kein Lacher mehr zu holen ist. So plaudert Uschi Amberger sich durch den zweistündigen Fast-Monolog, in dem sich schon mal Gallenstein auf Wallenstein reimt und zur Fritteuse ganz prima die Diseuse passt. Damit ist sie bei ihrem Lieblingsthema, der bösen, jüngeren Kollegin, die ihr Rang und Rollen streitig gemacht hat, die fesche Lola spielt, während sie an der Kasse sitzt. Und wenn sich dazu etwa der Pianist muckst, erntet er böse Blicke, bis er wieder ein Lied anstimmt, „Beim ersten Mal, da tut‘s noch weh“ etwa oder Max Raabes verfremdeter Hit „Jedes Schwein ruft mich an“.
Das alles ist natürlich auch eine etwas kumpelig-derbe, auch mal kalauernde Liebeserklärung ans Theater, an dem sie schon 20 Jahre ist und „drei Stühle und sechs Intendanten überlebt“ hat. Der aktuelle Chef wird mit Lieblingssätzen wie „Der Lappen muss hochgehen“ und „die Theaterkasse ist der heiße Transmissionsriemen zwischen Bühne und Publikum“ zitiert. Als der dann plötzlich, zwischen Herrn Krause, der schon den Anzug gebügelt, aber keine Karte hat, und Frau Müller, die nur mal ihre Meinung loswerden will, selbst am Telefon ist, glaubt sie’s erst nicht. Doch dann wird es ernst: Der Intendant sitzt in Plovdiv fest, die Gast-Sängerin in Amerika im Schneesturm – wer soll denn nun bei der Silvester-Gala singen? Für den Fall der Fälle schmeißt die Kassiererin sich schon mal in die weite, blau-weiße Robe, schließlich „bin ich immer noch ganz gut“. Böser Blick zum Pianisten, der sich ein „naja“ getraut hat, „immer noch besser als diese fesche Dingsda.“
