Liebeshändel und -getändel stehen deutlich im Mittelpunkt, der Widerstreit zwischen Sittenstrenge und Lebenslust, den Wagner eigentlich zeigen wollte, kommt nur nebenher zum Tragen. Und so wirkt die düstere Szene, in der Friedrich (Paul G. Song) unter einer roten Lampe seinem „so wohlgeordneten System“ nachtrauert, fast wie fehl am Platz. Und so geht es denn auch schnell weiter mit dem nächsten Karnevals-Fest von Chor und Solisten, bei dem der strenge, aber verliebte Sittenwächter Friedrich als Narr mit Schellenkappe erscheint.
Und mit solchen bunten Bildern – langwierige Umbauten nach jedem Bild hemmen den Erzählfluss deutlich – plätschert dieses „Liebesverbot“ vor sich hin, szenisch und auch musikalisch. Denn auch die _Elbland Philharmonie Sachsen_ unter ihrem GMD Christian Voß vermag keine wirklichen Akzente zu setzen. Dafür einige Sänger: Stephanie Krone ist eine wunderbar flammend-empörte Isabella; komisch überzeugt Michael König als Chef der Sbirren, der in einem Lohengrin-Kostüm und den Armen von Dorella (schön kess: Miriam Sabba) endet. Und der von Sebastian Matthias Fischer einstudierte Chor überzeugt in seinen vielen prägnanten Szenen, steht allerdings ein bißchen oft an der Rampe.
