Schön gelungen ist die Verzahnung der drei Ebenen miteinander, auch wenn sich keine wirkliche Verschmelzung einstellt. Daran ist die gegenüber der Zweitfassung deutlich weniger stringente Oper mitschuldig. Die Partie der Zerbinetta ist in ihr noch halsbrecherischer. Elena Mosuc liegen die Koloraturen famos, während ihre Textverständlichkeit mangelhaft bleibt. Schwerwiegender zeigt sich (nicht nur) an ihr, wie die Regie mit der Opernfiguren wenig anzufangen weiß. Der Zusammenprall der tragischen Ariadne- und der burlesken Zerbinetta-Welt wird weitgehend verstörungsfrei arrangiert. Emily Magee als Ariadne darf sich fast immer an der Rampe bewegen. Sie klingt dabei sehr kultiviert, aber auch nach einiger Anstrengung. Davon ist bei Jonas Kaufmanns erstem Bacchus nichts zu spüren, stentorhaft gekonnt schmettert er die hohe Partie. Dirigent Harding gibt ihm und Magee auch kaum Chancen, dynamisch zurückzugehen. Von einem kammermusikalisch leichten Ariadne-Ton bleibt er weit entfernt. So wundert man sich über den Leopardenanzug des Bacchus mehr als dass man sich mit der Inszenierung fragen würde, was die Gleichsetzung Hofmannsthals mit dem Gott bedeuten könnte.
Der Aufwand von Oper, Schauspiel und Ballett in einer Produktion ist festspielwürdig. Das Premierenpublikum jubelte nach fast vier Stunden (so gut wie) einhellig – für gute, ästhetische Unterhaltung. Das ergäbe schon fast eine weitere, ironische Ebene.
