Das Gewandorchester unter GMD und Intendant Ulf Schirmer liefert diesen zügigen Wohlklang perfekt, doch richtig haften bleibt wenig, Akzente und Zuspitzungen fehlen in Musik wie Inszenierung. Sehr hörenswert allerdings die Titelpartien: Arnold Bezuyens Arindal berüht immer wieder mit heller, zärtlicher Traurigkeit. Und Christiane Libor ist eine fulminante Ada, die mit expressivem Spiel und Gesang zwischen Vertrauen, Verrat, Vergeben, Zorn, Liebe und Trauer den zweiten Akt fast alleine trägt.
Wenn Arindal dann, mit Stuhlbein (aus der Küche) und Leier bewaffnet, Ada mit der Kraft der Musik aus ihrem steinernen Gefängnis befreit hat, schwebt eine Göttergestalt an Schmetterlingsflügeln und mit Wagner-Barett ein und verkündet das allgemeine Happy End. Und nachdem die Feenwelt wieder hinter den Mauern verschwunden ist, liest das Ehepaar des Anfangs auf seinem weißen Sofa in der Partitur.
