Tülin Pektas als Michelle, am Anfang ein verhuschtes graues Wesen, entwickelt im Verlauf der Aufführung eine immer reichere Figur, die etwas aus sich macht. Sandra Förster führt die ganz auf Modell-Karriere getrimmte Hanna zunächst als arrogant-schnippisches Mädchen vor, das dann in der Begegnung mit anderen immer weichere Konturen erhält, zugänglicher wird, wobei, wie gesagt, ihr Geheimnis lange gewahrt wird. Warum sie aber stiehlt, bleibt dabei ausgeblendet, wie auch der Lebensplan, als das große Modell in die Geschichte einzugehen. Während sich bei den beiden Mädchen die Verhaltensweisen verändern, ist bei Janis keine Entwicklung zu beobachten, Markus Wilharm spielt ihn als den großen Schweiger, der wenig redet, aber handelt. Alexander Gaida als Paul muss die schwierige Situation spielen, zwischen den Parteien zu stehen und seine Position immer neu auszutarieren. Das macht er – wie die anderen Drei auch – überzeugend.
Da ist in Bruchsal eine spannende Uraufführungsinszenierung gelungen.
