Aus diesem ermüdenden Einerlei, das außer einer Zunahme an Tempo und Fragmentierung keine Entwicklung zeigt, fällt Uwe Schmieder als aus der Zeit gefallener Utopist ein wenig heraus; in der Rolle einer Brecht-Figur spielt er dessen visionäre Rede über die „Funktion des Rundfunks“ aus – und taucht dabei auch in die Zuschauerreihen des Theaters hinab. Vom reinen Sender, so Brecht, solle das neue Medium auch zum Empfänger von Publikumsreaktionen werden, zu einer Art akustischem Internet.
Hier scheint die Inszenierung ihren eigentlichen emotionalen Kern zu haben; hoffnungsvolle Wirkungen der digitalen Welten bringen Voges und das neunköpfige Ensemble ansonsten nicht auf Bühne, Leinwand oder Auditorium. Das Thema der Kommunikation in Gegenwart und Zukunft ist der wenig greifbare Held oder Anti-Held der Inszenierung. Dabei kommen das Bühnenspiel und sein Spannungsverhältnis gegenüber den neuen Medien zu kurz, sodass die Inszenierung bei allem Tempo doch ermüdend wird, jedoch nicht entspannend. Durchgeschüttelt, aber wenig berührt oder intellektuell angegriffen – gut, auch Greta wurde beschimpft, von einem Alt-68er – denkt man an den Beginn des Spiels zurück.
