Diese Geschichte spielt kunstvoll mit den Sounds unterschiedlichster Musikstile von Louis Armstrong bis zu den „Metallics“, bezieht diese zugleich auf die Biographie eines jungen Menschen, der sich ganz und gar in eine andere Welt hineinziehen lässt. In sie hat sich der Protagonist vollständig hineingesponnen; für das Außen bleibt da nur noch ein skurriler Blick. Wie gesagt, Arlen Konietz macht das virtuos, und dass er in dieser Produktion so auftrumpfen kann, ist der Regie von Ingo Putz zu verdanken, der wie gewohnt ein Ambiente schafft, in dem sich der Spieler frei bewegen kann. Dem Regisseur gelingt es, seine Spieler genau zu beobachten, ihnen dabei aber die Freiheit zu eigener Kreativität zu lassen und daraus eine eigene Form zu entwickeln. Und wenn dann noch einer wie Martin Deufel zum Schlagzeug-Coaching dazu kommt, der ein genaues Gehör hat, dann kommt es zu einem spannenden Abend.
Eigentlich erstaunlich, dass dieses Stück – „Ein Leben in Takt“ – nicht schon vorher den Weg auf deutsche Bühnen gefunden hat. Der Autor Cédric Chapuis hat „Une vie sur mesure“ – wie der Originaltitel lautet – selbst über 1500 Mal in Frankreich und anderswo gespielt. Das Stück ist unter anderem ins Spanische und Englische übersetzt. Der ehemalige Konstanzer Chefdramaturg Daniel Grünauer hat dieses Stück entdeckt, Eugénie Verbeurgt hat es übersetzt. Und Grünauer hat dafür gekämpft, dass dieses Stück in einer freien Produktion beim Kulturzentrum K9 herauskommen kann. Man kann nur hoffen, dass bald auch andere Bühnen diesen Monolog mit Schlagzeug für sich entdecken.
