Uwe Eric Laufenberg hält sich in seiner Inszenierung an die Beckettsche Strenge. Das Licht variiert so gut wie nie, auf Musik wird verzichtet, seine Darsteller lässt er oft in monotonem Tonfall sprechen, was das Zähe der Situation, das Nichtvorhandensein von Perspektiven, sehr plastisch illustriert. Vor allem Christian Klischat als Hamm kann in dieser Inszenierung glänzen: Seine Figur pendelt zwischen Tyrannei und Erschöpfung, in den besten Momenten hat man den Eindruck, dass es ihn zerreißt auf seinem improvisierten Thron. In harschem Ton traktiert er dann seinen Diener, der zwar mit trotzigen Worten zurückschlägt, aber doch bis zum Ende folgsam bleibt. Kühl und mit Gleichgültigkeit reagiert Hamm darauf, dass seine in der Mülltonne liegende Mutter, die eine Hälfte der „verfluchten Erzeuger“, sich nicht mehr regt. Wo nichts mehr zu retten ist, lohnt auch kein Einsatz mehr. Seinem Schicksal fügt sich dieser Hamm – „Es ist zu Ende, wir sind am Ende“ – nur allzu bereitwillig.
Trotz aller Spielfreude, trotz ihrer Klarheit kann Laufenbergs Inszenierung nicht gänzlich überzeugen: Zu routiniert, zu abgebrüht erscheint einem oft, wie dieser Bühnenklassiker hier gegeben wird. Und wirklich originell ist er als Kommentar auf die Krise leider auch nicht. Aber trotzdem: Dass nun endlich wieder gespielt wird, vor Publikum und nicht mehr auf Bildschirmen, bleibt erst einmal eine fantastische Nachricht.
