Das ist in seinen Klischees und Worthülsen von Fußball-Treibenden und –Fans gut beobachtet und bietet den Schauspielern in blauen Trikots und mit Fanschals jede Menge Steilvorlagen. Aber Stück und Inszenierung bedienen diese Klischees eher als sie zu hinterfragen oder auch nur anzukratzen. Dass es im Ort 15 Prozent Arbeitslosigkeit gibt, rutscht als Nebensatz durch. Dass Beate (Ute Schmidt), Fast-Ex-Frau des auch nicht mehr jungen Spielers Springer, sich fragt, wie sie mit Ende Vierzig in diesem Kaff, wo ihr Haus steht, noch einen Job finden soll, bleibt eine Kurzszene.
Lieber lassen Stück und Regie drei Frauen über die Abseitsregel diskutieren, als ob das noch ein Gag wäre. Und der Sponsor heften den Spielern angebissene grüne Äpfel auf die Trikotbrust. Zur Halbzeit steht es 1:1 und es gibt noch einige Gelegenheiten zu „Das Tor ist drin“-Gesang und Fußball-Ballett zu „Spiel mir das Lied vom Tod“. Der Endstand sei hier nicht verraten, nur soviel, dass der Pokalkrimi deutlich länger als neunzig Minuten dauert und auch in diesem Fan-Theater zur Fußball-EM der Ball rund ist.
