Großartig und überzeugend sind dabei vor allem die Brüche und Entzauberungen dieser Überschreibung des Thoreauschen Textes. Auf mit weißen Laken bedeckten Stuhlreihen, die spiegelartig zum Publikum angeordnet sind, wird etwa ein Film projiziert, der den Protagonisten als den Autor von „Walden oder Leben in den Wäldern“ mit Angel und Axt in der Wildnis zeigt. Ein Naturbursche aus dem Bilderbuch. Doch das Gesamtbild wird durch die Reihenformation gebrochen. Mehr als verzerrte Nostalgie bleibt nicht übrig. Auch der einsame Held dieser Inszenierung wird zu dieser Erkenntnis gelangen – greift er doch schon in der ersten Existenzkrise nach einer letzten Zigarette. Die Botschaft: Es gibt kein Außerhalb der menschlichen Gemeinschaft mehr, keine unbelassene Idyllen und erst recht kein Arkadien mehr, sondern nur das Bewusstsein des Widerspruchs, in dem wir alle leben. Sehenswert!
