Obwohl das Bühnenbild lieblos zusammengehauen wirkt. Obwohl die Geschichte ungeschickt erzählt wird. Warum muss beispielsweise die Operettendiva Gloria in Gestalt von Jolana Slaviková monologisch die Exposition vermitteln. Nämlich die, dass sie sich coronabedingt keine Wohnung mehr leisten kann und daher an die Kolleginnen und Kollegen Verona (Olena Andryeyeva), Roxy (Laila Salome Fischer) und Basti (Nikolaus Nitsche) vermieten muss.
Ein weiterer Untermieter wird noch gesucht. Es wird ein Musicalsänger (Gero Wendorff) werden. und natürlich hasst Gloria Musicalsänger. Mehr Geschichte hat die erste Folge nicht. Knackig arrangierte Musik, Andryeyeva als lebende Bilder und die Stimmschönheit und Timingsicherheit von Fischer helfen aber tatsächlich über vieles hinweg. So kann, wenn vielleicht Autor und Regisseur Toni Burghart Friedrich an den Dialogen, dem Gestus, in dem sie serviert werden und am Timing noch etwas schraubt, ohne dass dabei der Charme des Improvisierten verloren geht, etwas Besonderes daraus werden.
Etwas Cooles. Denn cool müssen Sitcoms sein. Sonst bleibt nur behäbiger Klamauk, von dem es schon sehr viel gibt. Wir drücken die Daumen. Das Projekt hat Exzellenz verdient!
