Bewegung in dieses etwas statische Singspiel kommt erst, als es auf eben diesen Mond geht: Viel Gold- und Silberstoffe für die Kostüme der Mondbewohner, deren grüne Socken sie allerdings als durchaus Irdische ausweisen. Da werden die Sänger zu raschelnden Bäumen, der Imperator im Karren hereingezogen, der prompt an der Podestecke hängenbleibt. Und damit das Publikum auch bestimmt versteht, dass es mit all den Irrungen und Wirrungen gemeint ist, geht schon mal das Saallicht an, schreitet der Imperator singend vor der ersten Reihe entlang. Das hat immer etwas von einem Kindergeburtstag und ist auch genauso harmlos. Nur eine Szene prägt sich ein: Wenn die Stühle auf der Bühne für die Paare, die sich endlich gefunden haben, zusammengestellt werden und einer allein übrigbleibt, für Bonafede.
Die jungen Sängerdarsteller machen all die Regieeinfälle wacker mit und können, von kleinen Unsicherheiten abgesehen, musikalisch überzeugen. Allen voran Veronika Lutz als handfest-patente Zofe Lisetta, die längst nicht alles glaubt, was sie sieht, und Uiji Kim als Bonafedes Tochter Clarice, die den Streit mit dem Vater um Liebe und Leben wunderbar pointiert ausficht. Die Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt unter ihrem Chefdirigenten Oliver Weder geben eine vorwiegend heiter-geschliffene Musik, in die das Cembalo immer wieder schöne Akzente setzt. Und wenn alle Mondkapriolen beendet und die Beteiligten wieder in der grauen Welt sind, bleibt nur Bonafede allein – mit seinem Geldschrankschlüssel.
