Im dritten Teil dann wagt die Regie über die handwerklich im Wesentlichen tadellose Konzentration der Dramenvermittlung hinaus eine Verbindung der politisch-historischen und privaten Dimensionen. Dietrich von Bern (Iris Hochberger) und der Hunnenkönig Etzel (Katharina Brenner) sind mit Frauen besetzt; sie machen ihre Sache als Frauen in Männerrollen sehr gut, wodurch die männlichen Machtverteilungen in der Politik und die weibliche Rollenzuschreibung als Mütter und Ehefrauen einerseits und der Furor Kriemhilds gegen ihre eigene Sippe andererseits in Frage gestellt werden. Hier wird aus der ambitionierten, aber zugleich soliden Klassiker-Inszenierung auch ein gewagteres Spiel. Während die Burgunder durch ihre übersteigerte Ambition also stürzen, scheinen die Bamberger Theater-Ambitionen durchaus zukunftsträchtig zu sein.
