Ein Videofilm illustriert die Patchwork-Choreografie. Der titelgebende Pin ist dort zu sehen, der Flaggenstock der Fahne, die in einem Golfloch steckt: Symbol für das Ziel, den Triumph, die Meisterschaft. Obwohl er nur eine Markierung ist. Man soll ja ins Loch, nicht den Golf-Pin treffen. Dafür drohen sogar Strafschläge. Egal. Der Pin wird erstmal als Sehnsuchtsort ausgeleuchtet, dann mit Dreck beworfen (kritisiert), bedrohlich in Gewitter-Design gehüllt, weggenebelt, mit Sand verwüstet – alles am Bühnenrand auf einem Miniaturfilmset live inszeniert. Wenn sich nebenan endlich Tänzer in Siegerpose werfen, in Ovationen baden, verschwindet das Pin-Bild von der Leinwand. Auf die Bühne zurück kehrt die Frau mit der Luftballon-Kette, diese arrangiert sie wie eine Kissenlandschaft auf dem Boden, kuschelt sich hinein, das Ensemble kuschelt mit und lässt die Traumballons platzen. Heißa, das knallt wie ein Feuerwerk. Gefeiert wird das Ende des mürrischen Unwohlseins an der zwanghaften Leidenschaft zur Perfektion – und des Unwillens, weiterzumachen wie bisher. Nun könnte es losgehen mit dem Tanz. Aber es ist Schluss. Und man erinnert sich an nur wenige Momente der Aufführung, die nach Neuanfang lechzten: Aus der Probenarbeit scheinbar ungefiltert übernommene Versuche, einfach mal allen Überbau wegzuschieben, loszulassen, draufloszutanzen, mal gucken was passiert … auf der Suche sein. Gespannt darf man auf die ersten Ergebnisse, Samir Akikas nächste Uraufführung sein.
