In Helena Juntunen und Rolf Romei hat Stone dafür sehr intensive Darsteller zur Verfügung. Ihre Beziehung steht im Zentrum und ist mit der Genauigkeit des Schauspiels gestaltet. Juntunen singt zwar mit sehr grossem Vibrato, füllt ihre Figur aber auch vokal mit enormer Bandbreite von mädchenhafter Leichtigkeit bis zu den vollsaftigen Strauss-Linien, die ihr Korngold abverlangt. Da kann Romei leider nicht mithalten. Sein Debut geht gut, solange er ganz lyrisch bleiben oder deklamieren kann. Dabei klingt er allerdings operettiger, als es passen würde. Und schon im ersten Akt bricht ihm die Stimme mehrfach weg. Wo Dramatik, heldischere Farben verlangt sind, geht er vokal unter – was sich auch in hauchigen und kopfigen Piani äussert.Er rettet sich mit dem intensiven (leisen) Schluss. Gute Figur macht dagegen der junge Sebastian Wartig aus dem Ensemble der Semperoper: Kernig-metallisch glänzt sein Bariton in allen Lagen, balsamisch sein Legato und Piano in seinem Hit „Mein Sehen, mein Wähnen“. Das auch, dank Dirigent Nilsen: Er bleibt der süffigen Melodik des Stücks nichts schuldig, macht aber auch viele Details der Instrumentierung hörbar und dreht nie zu viel auf.
Pauls Welt bricht immer weiter auseinander. Der Kontrast zum lockeren Künstlermilieu, das Ralph Myers‘ Bühne mit ein paar getauschten Requisiten erstaunlich einfach zeigen kann und damit der Kontrast zwischen seinem Verhaftetsein im Tod und dem lockeren Zerbinetta-Leben ist unüberbrückbar, das ist rasch klar. Frank will Paul nach dem Auftauchen aus seinem Traum zum Weggehen bewegen. Er verbrennt zwar seine Reliquien, bleibt aber in seiner Küchen sitzen. Dass er das mit einer Bierflasche tut, könnte trotzdem eine positive Entwicklung anzeigen.
Eine postive Entwicklung ist mit dieser begeistert aufgenommenen Produktion auch der Basler Opernsparte gelungen. Das lässt hoffen.
