Mehr Projektionsfläche bietet da der cholerisch-elegante König. Der in Köln sonst eher im schweren Fach beheimatete Oliver Zwarg lässt herrliche Lyrismen hören und spielt wunderbar entspannt. Auch der sehr straighte Bauer von Bjarni Thor Kristinsson gibt Anlass zu Freude. Im Mittelpunkt des Zuschauerinteresses stehen allerdings die drei Strolche, deren Dialoge zu einem Großteil aus Sprichworten und Redensarten zusammengesetzt sind. Bauernschlaue und profitgeile Anarchisten sind das, die kein gutes Haar an der Obrigkeit lassen. Man darf sich wundern, dass diese Texte 1943 ihre Uraufführung erleben durften. 2016 verbreiten Martin Koch, Michael Mrosek und Dennis Wilgenhof großen Spaß und behaupten in vielen guten Momenten geradezu tänzerische Eleganz, ohne das, in Orffs Ausdrucksweise, Drastisch-Derbe zu vernachlässigen. Die selten gespielte „Kluge“ ist ohne Zweifel ein Stück fürs Repertoire!
