Dieses Spiel vom Einzelnen hin zur Gesellschaft wird dabei in seiner ganzen Widersprüchlichkeit vorgeführt, von der zaghaften Öffnung, die von einem anderen brüsk zurückgewiesen wird, von anscheinender Nähe bis zu wirklicher, kurz: von Annäherung und Abstoßung hin zum Wunder des Gemeinsamen. Annesley Black und Andrea Gronemeyer entwickeln ohne gesprochene Worte eine Welt, die dem Zuschauer große Freiheiten lässt. Man kann „Solopoly“ als Komposition genießen, die Black zu einer ganz eigenen Notation in der Partitur zwang. Aber auch, wenn Pausen darin fest notiert sind, haben die fünf Schlagzeuger auch den Raum für improvisatorische Momente. Mit großem Charme und viel Spiellust performen Christiane Gavazzoni (Brasilien), Thorsten Gellings (Deutschland), Peter Hinz (Italien), Joss Turnbull (iranische Trommelkunst) und Rie Watanabe (Japan), allesamt renommierte Schlagzeuger, die in unterschiedlichen Formationen auftreten und heute im Rhein-Main-Gebiet leben.
Als Produktion der Jungen Oper am Nationaltheater Mannheim wird „Solopoly“ für Menschen ab sieben Jahren angeboten. Aber als Hörexperiment und als Geschichte, die sowohl die der Menschheit als die der Musik umfasst, ist die von Black und Gronemeyer geschaffene Komposition für alle Altersstufen ein Eintauchen in eine magische Welt.
