Mit Gretchen, einer englischsprachigen Sängerin, kommt eine so vage wie große Liebe ins Spiel. Und hier ergeben sich teilweise auch Ansätze für eine Liebestragödie – auch hier tauschen Faust und Geprächspartnerin übrigens teilweise den Goethe-Text, wird Faust zum seiner Liebe unsicheren Mann mit Gretchenfragen. Doch selbst im verzweifelten Liebesdrama bleiben Spiel und Bilder blass, ist dieser „Faust“ eine gewagte, aber uneingelöste Behauptung, ein Gedankenspiel; es entwickelt sich kaum einmal ein Schauspiel. Auch Gretchen übrigens bekommt am Ende (sozusagen als faustische Leihgabe) die weibliche Mephista als Alter Ego. Verloren ist aber Faust: im Konzept der Inszenierung und in der Realität des Spiels.
