Dazwischen ein flinkes, präzises Ensemble, das aus dem Stoff Witz um Witz rupft und auf die Bühne wirft, herumblödelt, herumabsurdelt, herumpointelt. Auf genau diese Art knackt die Regie den Text und gibt den Blick frei auf dessen Zentrum: Der so genannte „Mantel der Geschichte“ ist bei genauer Betrachtung nur ein lockeres Gewebe individueller Fädchen, die zur Laufmasche tendieren; der Witz der Inszenierung leuchtet durch diese in Text und Geschichtsbild angelegte Fadenscheinigkeit der historischen Wirklichkeit. Es gibt immer wieder herrlich durchgedrehte Szenen, etwa wenn im Schlussakt West- und Ostdeutsche erstmals aufeinandertreffen und ihre Zwiesprache mit grotesken Verständigungsgesten untermalen.
Auf dieser permanenten Bugwelle des allen Tiefsinn wegdrückenden Frohsinns schwimmt dann Straußens Sprache fröhlich einher: „Ich stehe wie gelähmt vor dem Reichtum meines Deutschs!“, sagt Lorenz, der so sehr in Delia verknallt ist, dass er sich zuletzt abknallt. Es kommt halt nicht zwingend zusammen, was nach der Meinung des einen zusammen gehört. Wie Thomas Peters diesen Lorenz durchspielt, diese ebenso alberne wie traurige, eitle wie verunsicherte Figur, jeden Moment präsent in seiner komischen Verzweiflung, ist eine ganz starke Vorstellung. „Deutschland!“? So gerne.
