Für diese ziemlich hanebüchene Story fährt Regisseur Volker Metzler auf, was das Theater hergibt: Chic gestylte Gogo-Girls tanzen auch auf dem Friedhof, jede Menge Statisten mimen die Masse Mensch. Mammonson kommt in teuflischem Rot daher, der überdimensionale Marx-Kopf ist natürlich dem Chemnitzer Denkmal (dem „Nischel“) nachempfunden und für die große Banker-Fete wird eine vierstöckige Banknoten-Torte reingefahren, aus der erst Revuegirls und dann ein Mann mit „Krise“-Schild steigen. Und selbst vor Bobbies in rosa Uniform-Tutu und mit „Tatütata“-Song schreckt die Inszenierung nicht zurück. Das alles spielt vor der hohen Fensterfassade der Bank (Bühne: Claudia Charlotte Burchard), hinter der hoch oben die Musiker unter Leitung von Ludger Nowak, der auch das Keyboard spielt, platziert sind.
Ebenso plakativ sind meist die Texte der Songs („Ich krieg die Krise mit der Krise, meine Bank macht nur noch Miese“), die entweder auf Klavier-Akkorde gegründet sind oder mit treibendem Gitarrensound daherkommen und sich im Laufe der zweieinhalb Stunden immer ähnlicher werden. Das ergibt insgesamt eine Art Wohlfühl-Pop, einen Formatradio-Hit-Sound, gerne auch zum Mitklatschen.
Und natürlich kriegt das Autoren-Trio irgendwie die Kurve zum Happy End: Mammonson stürzt als Pleitegeier ab, Banker-Papi kommt erst in die Zwangsjacke, dann zur Vernunft und macht aus dem Geldhaus ne Kneipe, die er mit Tochter und Schwiegersohn betreibt. Und Karl Marx streckt am Ende (uns) allen die Zunge raus. Ach ja.
