Vor ein paar Jahren inszenierte Sven-Eric Bechtolf die „Così“ bereits in Zürich (sie steht im Februar 2014 dort übrigens wieder auf dem Spielplan), Bühne (Rolf Glittenberg), Kostüme (Marianne Glittenberg) und einige Ideen waren ähnlich. Entgegen anders lautenden Gerüchten ist Bechtolf kein schlechter Regisseur, doch diesmal fehlt es leider an allen Ecken und Enden. Die rüschig-plüschig dekolletierten Damen laborieren an heftiger (Ge-)Fallsucht, auch die dämlich herum taumelnden Herren kriechen des Öfteren auf dem Boden. In der Bühnenmitte gibt es einen kleinen Pool, in dem anfangs geplanscht wird, später kühlt man sich dort die Füße. Einmal fällt Geschirr ins Wasser und wird umständlich, unwitzig wieder herausgefischt. Nachdem Dorabella und Fiordiligi erfahren haben, dass ihre Liebsten in den Kriegsdienst müssen, lassen sie im Pool Spielzeugschiffchen kreisen. Die eigentliche Liebesprobe – Ferrando und Guglielmo kommen verkleidet zurück und wollen die Treue ihrer Frauen testen – gerät zäh und eher unsinnlich.
Leider erzeugen die Sänger auch kaum Prickeln. Malin Hartelius gab die Fiordiligi mit unschönem Vibrato, Martin Mitterrutzners Ferrando überzeugte zu Beginn, wurde aber zunehmend blasser, Marie-Claude Chappuis’ Dorabella war gerade mal solide. Ordentlich Luca Pisaroni als Guglielmo. Sehr gut immerhin Gerard Finleys Alfonso, Martina Janková verkörperte die Despina stimmlich und darstellerisch überzeugend.
Das Endergebnis: matter Applaus, aufgelockert durch einige Bravos, aber auch etliche Buhs für Dirigent und Regieteam.
