Franz Froschauer entwickelt kein Gespür für die Ironie und Musikalität der Sprache. Was ihm auch die auf hundert Minuten gekürzte Textfassung erschwert, die viele Wiederholungen auslässt, die den besonderen Bernhard-Flow ausmachen. Vögel schreien, die Abendsonne beleuchtet das Schloss, all das scheinen die Schauspieler auszublenden. Man hätte auch eine Glasscheibe zwischen sie und das Publikum ziehen können, mikrofonverstärkt werden sie ohnehin. Das Team um die scheidende Intendantin Merula Steinhard-Unseld verabschiedet sich mit einer zähen, schlappen Vorstellung. Immerhin bleibt ihr Verdienst, durch anhaltenden Publikumserfolg den Bau eines neuen Stadttheaters ermöglicht zu haben. Das Feuer Bruscons, der auch in tiefster Provinz keinen Deut von seinem gewaltigen Kunstanspruch abweicht, scheinen die Paderborner Theatermacher allerdings nicht einmal von weitem gespürt zu haben.
