Eddy trifft nun auf jede Menge Gewalt und Tristesse, eine tumbe Menschenmasse protestiert gegen Ausländer, doch dann taucht eben jenes schicksalhafte Café auf mit dem grimmigen Chef und seiner hübschen Frau. Wegen einer Kleinigkeit kommt es zum Streit zwischen den Männern, der Ältere zieht den Kürzeren. Einige Zeit ist das eigenwillige Paar glücklich, bis sich eine merkwürdige „Plage“ breit macht (gemeint ist wohl Arbeitslosigkeit, Egoismus etc.). Um sie zu beenden, stellt sich Eddy der Sphinx – hier sind es gleich drei Rätselfrauen – und muss die berühmte Frage nach dem Wesen beantworten, das morgens vierbeinig, mittags zweibeinig und abends dreibeinig ist. Er kommt drauf: natürlich der Mensch! Als Kind krabbelt er, dann geht er aufrecht und hernach braucht er einen Stock – falsch! Das dritte Bein ist seine erigierte Männlichkeit… Bei so viel Mutterwitz muss natürlich auch die stärkste Sphinx weichen, doch statt spaßigem Finale fliegt der ganze Inzestfall auf und Eddy schreit der Welt (ergo uns) seinen ganzen Frust und seine ganze Lust entgegen. Zurück zu Mama will er – im doppelten Sinne. Vorhang.
Ein krudes Ende für ein temperamentvolles, aber nicht immer gut temperiertes Stück. Denn so glutvoll manches im Orchester klingt (außerdem hört man schöne Harfentöne), so wenig ambitioniert sind die Gesangslinien. Oft gibt es eine Mischung aus Sprechen und Singen, Ensembles bleiben eher konventionell, Arioses verpackt Turnage in Zuckerwatte. Das Mozarteumorchester und der Chor des Landestheaters werfen sich mit Verve in die Sache, Stephen Bronk und Erin Snell überzeugen als Kuckuckseltern, Frances Pappas brilliert als Mutter und Ehefrau. Die Sänger müssen auch noch mehrere kleinere Partien stemmen. John Chest stattet Eddy mit leichtem, angenehmem Timbre aus. Er läuft gern in schwarzer Unterwäsche herum, als Gegenpart irrt häufig eine Nacktstatistin über die Bühne – beides wirkt verzichtbar. Auch dass „Greek“ unbedingt auf Deutsch gesungen werden muss, erweist sich als vehementer Nachteil. Mal versteht man rein gar nichts (Übertitel fehlen), dann enerviert einen die zwischen hohem und hohlem Ton schwankende Sprache. Pathos trifft Gosse.
