Was dann passiert, ist schnell erzählt. Zunächst widerwillig soll Oksana ihn auf die Reise durch Russland begleiten, beide keifen sich an und werden zuletzt doch ein Liebespaar, das durch einen klugen Coup am Ende zu reichem Gewinn kommt. Zugegeben: Molschanows Textgrundlage ist schwach, zumal schon nach der ersten Szene klar wird, dass die kaugummikauende Tussi und der Harte-Schale-Weicher-Kern-Typ Andrej über Umwege zusammenfinden werden. Dennoch hauchen die engagierten Darsteller ihren holzschnittartigen Figuren Leben ein. Insbesondere Lisa Mies spielt die Rolle einer mehr oder weniger versoffenen Tanz- und Partynudel umwerfend. Auch die Sprache zwischen Kanak Sprak und Jugendsprache, zwischen „Vollhorst“ und „Vollpfosten“, ist den beiden Kerlen geradezu ins Blut übergegangen. Ein Höhepunkt verspricht auch die Szene bei Andrejs Mutter, der die beiden eine junge Liebe vorzuschwindeln versuchen, um möglichst die Schuldensumme aus ihr herauszuleiern. Dieses Szene sind kaum an Komik zu überbieten. Bei Ankunft der beiden öffnet sich eine Tür, Rauch tritt hindurch auf die Bühne. Zu sehen ist Seka als übergewichtige, Ostblock-Hausfrau verkleidet, Herd und Kochtopf hat sie gleich umgehängt – wahrlich keine Traumschwiegermutter. Die Skepsis gegenüber Oksana ist vorprogrammiert. Aber mehr ist von solch einer klischierten Dramaturgie nicht zu erwarten. Immerhin bietet Mainz Slapstick auf, und das vom Feinsten. Gutes Unterhaltungstheater eben, mehr aber auch nicht.
