Was nicht bedeutet, dass es keine Widersprüche gäbe in dieser Traumwelt. Kindisch und frei und kreativ darf man dort endlich wieder sein. Aber man muss es eben auch. Der Zeitpresser (diabolisch und aalglatt: Sergei Lubic) macht daraus keinen Hehl: Kein Wunderland ohne Wunder, und auch die müssen produziert werden. Ab da entwickelt sich Brandy zu einer Bewerberin im Vorstellungsgespräch, das Traumland wird zur Traumfabrik, und die bunten Vulkane scheinen auch schon längst gentrifiziert. Subtiler Zwang weht durch die eben noch gemütliche Waffelluft, Ausstieg zwecklos. Ein feiner, gut in Szene gesetzter Bruch, aber was ist daran noch ein Bürgerkonzert?
Nach langem Warten die ersehnte Antwort: Ein Oberhausener Frührentner tritt vor eine Green-Box, auf einer Videoleinwand erkennt man das Labor, in dem er Jahrzehnte lang gearbeitet hat. Sein größter Wunsch: Noch einmal zurück in den früheren Job. Und als er dann auf dem Bildschirm seiner Kollegin in Loriot-Manier herrlich trockene Anweisungen erteilt, dann ist das so witzig, zugleich aber auch ein bisschen zum Heulen, da er ja nur in die Leere einer grünen Wand spricht. Da streift die Inszenierung für einige wunderbare Augenblicke die große zeitkritische Gebärde ab, an der sie zuvor so schwer zu kauen hatte. Und bleibt trotzdem ein widersprüchlicher Traum: Denn in dieser „Wünsch dir was“-Show werden Sehnsüchte zwar erfüllt, aber nur noch virtuell, und auch nur noch für ganz kurze Zeit.
