All das steckt in David Seidlers brillant geschriebener, pointensatter Story über die Royals und den „underdog“; und Bogdanovs Hamburger Team lockt all das hervor in einer technischen Großtat – das winzige, eigentlich völlig unterdimensionierte Theaterchen an der Reeperbahn wird zur fulminant ratternden Maschine voll von pfiffig über- und hintereinander projizierten Bühnenbildern, historischen Video-Sequenzen, grandios gemischter Musik aus Händel und Swing; und in den Hauptrollen spielt ein Traumpaar: Marcus Bluhm, sonst meist nur der hübsche Oberflächling, kämpft hier den Selbstwertkampf des Königs, der fernseh- und „Tatort“-erprobte Boris Aljinovic ist ein derart herzenskluger, frecher, komischer und gelassener Sprachlehrer, dass dem Hamburger Publikum das Herz übergeht vor Freude und Lust … und zu Recht: „The King’s Speech“ gehört zum Schönsten, was in dieser Theatersaison zu sehen ist!
