Die verhindert vor allem das Geld, das die umtriebige Projektmanagerin bündelweise an die Menschen im Dorf verteilt. Susi Wirths Figur scheitert an der Wirklichkeit der Schwarzen, für die sie und ihr Team eine Stromturbine bauen sollen. Ein überfahrenes Kleinkind kann sie mit ihren Scheinen ebenso wenig wegreden wie die Korruption, die Spendengelder frisst. Näher an der Realität ist da ihr Bauingenieur, den Thomas Ecke kantig und illusionslos porträtiert. Noah Bulambo lässt seinen Dorfvorsteher taktieren: Er schröpft die Entwicklungshelfer. Misheck Mzumara als Erzähler in afrikanischer Tradition schlägt klug Brücken zwischen den Sprachebenen Englisch, Deutsch und Chichewa, das Amtssprache in Malawi ist.
Diese klare Handlungsschleife lösen Bechtel und Kapiri mit einer schrillen Entwicklungshilfe-Revue. Statt ihr dramaturgisches Konzept stringent zu verfolgen, verzetteln sie sich mit Showelementen. Julia Philippis starke Stimme und ihre großartige Interpretation des Madonna-Songs „Like A Prayer“ trösten nicht darüber hinweg, dass die Regisseure den gesellschaftskritischen Plot damit aufweichen. Millionenschwere Adoptionen der Pop-Ikone in Malawi werden ebenso bemüht wie Karlheinz Böhms publikumswirksames Posieren mit afrikanischen Kindern. Solche postdramatische Sammelwut ist einfach nur platt.
