Heckmanns wäre nicht Heckmanns, wenn er sich in seinem kapitalismuskritischen Diskurs nicht auch mit den Grenzen und Möglichkeiten der Kunst als gesellschaftliches Korrektiv auseinandersetzte. Er tut das glücklicherweise nicht theorielastig, sondern lässt eine Figur augenzwinkernd sagen, vieles wirke wie zeigefingernde Jugendliteratur. Dass die Regie darauf gripstheaternd reagiert, versteht sich fast von selbst (womit natürlich nichts Schlechtes über das Grips-Theater gesagt sein soll!). Wenn mit einem toten Esel ein „Lehrstück über Leerverkäufe“ als Komödienstadl veranstaltet wird, wenn die Erniedrigten und Beleidigten als Papp-Figuren von dem Börsen-Fries kippen und wenn das protestierende Quartett von einem Miniatur-Wasserwerfer angespritzt wird, gleicht das zwar tiefen Griffen in die Mottenkiste der Klamotte, aber auch die gehören seit jeher zum stilistischen Repertoire der Spaßguerilleros. „Toll!“ Dass ausgerechnet so das letzte Wort des stets um Ironie bemühten Abends lautet, eröffnet eine ganze Assoziationskette. Während der langanhaltende Applaus des Publikums verrauscht, ergänzt man im Geiste „-patschig, „-kühn“ oder „-dreist“. Alle drei Adjektive werden dem Abend gerecht.
