Aus dem leichten Geplänkel zweier Geschäftsleute entwickeln Herzberg und Toetzke intensive Dialoge. Ihre Kommunikation hat auch eine erotische Kom-ponente, die beide meisterhaft auskosten. Der betagte Manager und die Überset-zerin liefen sich starke Rededuelle. In die Tiefenschichten des Textes dringen sie nur selten vor. Lange, fast dokumentarische Passagen wechseln sich in Thomas Sauerteigs dynamischer Übersetzung ab mit stillen Momenten. Das Ungesagte übertönt vor allem Berthold Toetzke, der ein dunkles Geheimnis erfährt.
Obwohl Bosse das dialogbetonte Stück stark und spannend in Szene setzt, verwischt sein Ansatz die psychologische Komponente, die seine besondere Qualtät ausmacht. Wenn Julianna Herzberg vom Leben afrikanischer Kindersoldaten erzählt, gehen diese Fakten in jedem einzelnen Augenblick unter die Haut. Cunillés Ansatz aber bleibt an diesem Punkt nicht stehen. Mit einer komplex gewebten Dramaturgie zeigt sie Figuren, die am Abgrund taumeln. Die Aalener Schauspieler klammern sich zu sehr an den Tatsachen fest, als dass sie Angst und Schrecken des Lebens in einer Diktatur in letzter Konsequenz spiegeln könnten.
