Manfred Schneider hat eine Miniaturküche auf die Bühne des Grenzlandtheaters gestellt, die im Lauf der 75-minütigen Vorstellung auseinanderbricht wie Margaretes Persönlichkeit und sie am Ende mit klinisch weißen Wänden umgibt. Uwe Brandt verwendet den alten Schlager „Mit 17 hat man noch Träume“ als musikalisches Leitmotiv, lässt ansonsten viel Stille, viele Pausen zu und entwickelt so die szenischen Vorgänge nachvollziehbar und berührend.
Renate Fuhrmann trifft punktgenau den, der Realität verdichtend abgelauschten, Ton der Hamburger Kleinbürgerin und stellt sich uneitel und glaubwürdig den unschönen Seiten des Älterwerdens. Im Lauf der Vorstellung wird Patrick Dollmann – nach etwas ungefährem Beginn – zum gleichwertigen, gegen Ende sogar dominanten Partner. Das etwas plakative Ende von „Im Stillen“ will gleichzeitig mahnen und Mut machen. Die Aachener Inszenierung projiziert Fotos von alten, mutmaßlich an Demenz erkrankten Menschen. Sympathisch sehen sie aus und lebenshungrig. Wie wir alle.
