Für Wolpe (1902 in Berlin geboren, 1972 in New York gestorben), einen der Letzten der Zweiten Wiener Schule, hat in Amerika eine Renaissance begonnen. In seiner Groteske verbergen sich unter zwölftönendem Chaos kabarettistische Facetten, Tänze von Walzer bis Tango und Jazz-Rhythmen. Das ist keine leichte Kost für die Ohren, aber durchaus heiterer Augenschmaus: auf dem Potsdamer Platz beginnt der greise Göttervater Zeus (Tomas Möwes), auf der Suche nach der schönen Europa, mit dem Kosmetik-Model Elida (Alfia Kamalova) ein Techtelmechtel. Lyrischer geht’s weiter. „Herr Schmidt“ Lars-Oliver Rühl und „Chansonette“ Christa Platzer besingen elegisch den Alltag der Armen und ebenso perfekt anschließend die berühmten Weill-Songs. Die zarte Ballerina Alina Köppen schwebt als Europa durch die Szenen – und hat als verfremdeter „Sterbender Schwan“ das letzte „Wort“ an diesem eindrucksvollen Theaterabend. Wie aktuell diese Raritäten aus der Musikgeschichte sind, muss man nicht lange hinterfragen.
