Der Aufseher, sozusagen unser Über-Ich, tanzt gern mal kurz mit, wenn es im Zellentrakt so richtig mörderisch abgeht. Und er übernimmt auch die Rolle des Leicester, spendet zärtlich Trost und Waschung dem geschundenen, panisch eingekoteten Edward. Dann bringt er ihn in sanfter Umarmung um. So behält er alles bleibt unter Kontrolle. Hauptsache kein Alarm. Dann ist Feierabend für den Wachmann. Als Videofilmchen sehen wir, wie er in die nächste U-Bahn steigt, daheim nicht mehr als Mann unter Männern herumwütet, sondern mit der Gattin Spaghetti Bolognese kocht, schließlich neben ihr einschläft. Hove suggeriert ermüdend schlicht, „Edward II.“ ist keine Negativ-Fantasie, kein Alptraum aus ferner Zeit, sondern brodelnde Aktualität – und das kleinbürgerlich-private Spaghetti-Bolognese-Glück der Ausnahmezustand. Wer hätte das gedacht? Angst vorm Weggesperrten? Alarm? Nur lähmende Langeweile!
