Und das ist gut so. Denn trotz kräftiger Striche ist das noch immer kein sonderliches starkes Stück; doch es gewinnt im Spiel des Trios auf der Bühne allemal. Despentes kehrt ihr Innerstes nach außen, aber die Inszenierung schaut von draußen drauf. Der Raum in den Kammerspielen erinnert sehr entfernt an Arztpraxis und/oder Hobbywerkstatt, Reik (bekanntermaßen auch ein profunder Soul-Sänger) hat das Keyboard dabei und stimmt gelegentlich ruppig-raue Gesänge an. Immer wieder verwandelt sich die Trio-Truppe hinein in die Rollen von Opfern und TäterInnen, hinein ins Weibliche und wieder heraus – und ohne diese angriffslustige Form von Verspieltheit wäre der Text nicht sehr viel mehr als viel Papier und Spekulation: über Urwald-Sex und Frauenfrage. Dad as aber im Theater belebt wird, ist es durchaus ansehbar.
