Das ist schwer greifbar und doch konsequent, denn das schlimmste für diese junge Generation ist Schmerzlosigkeit, ein Übel namens „Alltag“. Der hielt erst mit der beginnenden Sesshaftigkeit des Homo sapiens Einzug in unser Leben, und seitdem herrscht Trott, U-Bahnfahrt, Arbeit, U-Bahnfahrt, das gleiche denken, tun, sehen. Da bringt schon der Traum, die beste Freundin sei gestorben, eine wohltuende Prise Schmerz. Oder der Wunsch, irgendwohin zu verreisen, die Illusion von Sinnhaftigkeit. Sonst vergeht ja das Leben wie im Flug!
Hin und wieder streuen die fünf merkwürdige Verrenkungen ein, gleichgültig und – langsam, in betonter Zusammenhangslosigkeit. Ein Bein links hoch, der Arm nach hinten gestreckt, die Schultern eingefallen, kniend oder kauernd. Toshiki Okada arbeitet häufig an der Grenze zwischen Bewegungs- und Sprechtheater, will Aufmerksamkeiten lenken und frönt dem Minimalismus. – Eine Herausforderung gewiss, doch höchst spannend im Durchbrechen eigener Sehgewohnheiten.
