Ernster und stilistisch spannender gerät eine „Bruder Jakob“ Sequenz zum 3.Satz aus Mahlers 1.Sinfonie mit sanftem Marschieren und Reihenbildung, bis die ganze Compagnie mit dem Kopf am Halbrund der Hinterbühne gelehnt einfriert. Und immer wieder springt das Dirigat Stefan Klingeles unbekümmert von Walzer-Frohsinn zu Mahler-Pathos über. Ein Zwangsjacken-Ballett zu Strauß’ „Wiener Blut“ sorgt noch einmal für Belustigung: Ungelenk fliegen die viel zu langen weißen Ärmel umher, ehe ein selbstzerstörerisches Solo von Cássia Lopes den Klamauk beendet. Dass der Wiener Opernball schließlich im Chaos einer Massenprügelei versinkt, war absehbar.
