Jack und Ennis lernen sich kennen bei einem einsamem Job auf dem titelgebenden Berg. Sie verlieben sich ineinander, aber Ennis möchte heiraten, ein Zuhause haben, und er hat Angst vor gesellschaftlicher Ächtung. So wird die große Liebe, abgesehen von gelegentlichen gemeinsamen Ausbrüchen, über zwanzig Jahre nicht gelebt. Dann stirbt Jack. Mark Omvlee und Christian Tschelebiew liefern sich ihren Rollen aus, haben diese große Liebe in Körper und Stimme, Omvlee mit etwas engem, in der Tiefe ausdrucksstark mattem, sehr charmantem Tenor, Tschelebiew mit flexiblem, überwältigend warmem Bass. Polina Artsis und Ceri Williams überzeugen als Jacks Frau und Mutter, in vielen kleinen Solo-Rollen beweisen Chormitglieder hochstehendes Können. Im Graben koordiniert GMD Kazem Abdullah, auf dessen Wunsch diese deutsche Erstaufführung zurückgeht, souverän und gestaltet klug, wo ihm die Partitur die Möglichkeit gibt. Das Sinfonieorchester Aachen punktet mit großer Intonationsreinheit, substantiell bei einer Komposition, die dem Ohr ständig einzelne Instrumentengruppen nackt vor die Füße fallen lässt.
Alles in allem also kein verlorener Abend in Aachen, dennoch ein überaus deutlicher Beleg dafür, dass eine Weiterentwicklung oder gar Neuorientierung des Musiktheaters, über die ja zur Zeit vielerorts heiß diskutiert wird, mit Literaturopern kaum zu machen sein wird.
